Persönliche Buchtipps

Hier unsere aktuellen Buchlieblinge, die wir super finden...


Markus Orths - Die Enthusiasten

Was haben ein besessener Laurence-Sterne-Fan auf der abenteuerlichen Jagd nach dem angeblichen zehnten Band von Tristram Shandy, eine Teilchenforscherin, die abgeschirmt von kilometerdicken Felswänden über Jahre versucht, Dunkle-Materie-Teilchen zu erlauschen, ein Kino-Enthusiast, der abgefahrene Experimentalfilme ausheckt, eine nordenglische Kleinstadt und ein sensationeller Fund gemeinsam?

Sie kommen in »Die Enthusiasten« vor, dem wahrscheinlich turbulentesten und gewagtesten Roman seit Langem, der auf halsbrecherische Weise die Grenzen dessen auslotet, was Erzählen kann und was menschengemachte Kunst ist. Auch dabei: eine rätselhafte Thailänderin, eine unendlich liebenswerte, lesebesessene und eigensinnige Mutter, die spurlos verschwindet, und ein Vater, der ausschließlich auf nie dagewesene Fragen antwortet.

Diese Beschreibung klingt jetzt ein bisschen sehr turbulent. (Im Laufe des Romans, wird es allerdings turbulent, versprochen!). Im Grunde ist es allerdings eine Familiengeschichte: eine fünfköpfige Familie wächst behütet und liebevoll erzogen auf. Jedes der drei Kinder wird seinen Interessen entsprechend gefördert und zu eigenverantwortlichen Menschen sozialisiert. Das wichtigste aber: Bücher. Das Interieur des Hauses besteht quasi aus Büchern. Und so werden aus den Kindern interessierte Menschen, die ihre Interessen zu ihren Berufen/Berufungen machen. Ein Literaturforscher (aus dessen Sicht das Buch erzählt wird), ein Filmemacher, eine Naturwissenschaftlerin. Doch bevor sie erwachsen sind, passiert das Unerhörte: Die Mutter verschwindet. Eine Lücke, ein Schmerz, der alle ihr ganzes Leben begleitet und dessen Wunde immer wieder aufbricht. Jeder der vier verbleibenden Familienmitglieder lebt sein/ihr Leben mit dieser Lücke weiter, bis noch etwas Unerhörteres passiert: es gibt nach 15 Jahren Lebenszeichen von der Mutter!

An diesem Roman hat mir sehr gefallen, dass man als Lesende/r immer wieder mit der humorvollen Verspieltheit der Sprache des Autors beglückt wird, es ist augenscheinlich, dass er auch viel Wert darauf legt. Und auch die Charaktere der Geschichte sind sehr warmherzig und ein bisschen schräg (aber so ist das Leben zumeist) beschrieben. Sehr zu empfehlen, die Familiengeschichten mögen und sich an kreativem, launigem Umgang mit der Sprache erfreuen!

(Galiani Verlag. 368 Seiten. Preis: 24,70 Euro)     empfohlen von Markus Mörschbacher     BESTELLEN


Christian Haller - Einfallende Dämmerung:

Paul Bálint – Mikrobiologe - feiert mit ehemaligen Kollegen seinen 80. Geburtstag. Er hat sein Altern in zwei Kammern eingeteilt. Die erste Kammer, Pensionierung, mit dem Wunsch, noch vieles an Aktivitäten erleben zu können. Nun, beim Übergang in die zweite Kammer: das Wissen sich von Vielem verabschieden zu müssen. Je mehr er sich mit dem Alter beschäftigt, desto deutlicher zeigt sich ihm auch die Möglichkeit in Freiheit zu leben, fernab von Konventionen und Zwängen.

Eine Novelle, gespickt mit eigenen Erfahrungen, eine Geschichte über die Liebe, über sein Berufsleben als Wissenschaftler, indem er die Zellveränderungen beschreibt, das Hadern mit sich selber, wenn vieles zur Belastung wird.

Ein Buch, das trotz dem erwartbaren Ende des Lebens, noch Hoffnung versprüht, und das mit sehr viel Empathie, vor allem auch mit wunderbaren Wortspielen. Ein Buch, das mir sehr viel Lesefreude geschenkt hat!

(Luchterhand Verlag. 144 Seiten. 22,70 Euro)     empfohlen von Maria Dünser     BESTELLEN

Elias Hirschl - Schleifen:

Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In Otto Mandl, einem genialen Mathematiker, findet die junge Franziska ihren Seelenverwandten. Sie lernt, sich mit Wörtern aus toten Sprachen gegen ihr Leiden zu immunisieren. Die beiden entwickeln eine absolute Sprachbesessenheit und forschen fortan und bis an alle denkbaren Grenzen gemeinsam nach der perfekten Sprache.»Schleifen« ist ein großer, ein kluger Roman über die Macht und den Einfluss von Sprache auf unser Leben, der richtig Spaß macht beim Lesen. Immer wieder stellt sich bei Elias Hirschl das schier Unglaubliche als wahr heraus, und der Rest ist extrem gut erfunden.

Die Sprache ist beste Möglichkeit der Kommunikation, trotzdem noch weit weg von Perfektion. Wie mächtig Sprache sein und missbräuchlich verwendet werden kann, wissen nicht nur sämtliche Autokraten, Despoten und Diktatoren der globalen Geschichte und der Gegenwart, sondern auch der Autor dieses Buches. Wenn es beim Lesen von "Schleifen" immer wieder nach der eigenen Recherche verlangt, ob das denn wahr ist, was Elias Hirschl da von sich gibt; wenn sich vieles davon als "fact" herausstellt und noch viel mehr als "fake" (dieser aber so gut getarnt und clever eingewoben ist), dann ist dem Autor dieses Verwirrspiel wahrlich gelungen! Je mehr ich mich in diese Geschichte hineinfallenlassen habe - und das sollte man jedenfalls! - desto mehr Spaß hat dieser Roman gemacht. Elias Hirschl erschafft eine Parallelwelt, welche aber so genial und hinterlistig erfunden ist, dass sie wie eine andere Wirklichkeit daherkommt, die die "echte" zu verdrängen versucht.

Sehr klug und extrem wahnwitzig - "Schleifen" ist ein Lesevergnügen der Spitzenklasse!

(Zsolnay Verlag. 416 Seiten. Preis: 26,80 Euro)     empfohlen von Markus Mörschbacher     BESTELLEN

Dr. Rami Kaminski – Wie schön es ist, nicht dazugehören zu müssen:

Ein Buch für stille Beobachter und unabhängige Denker, die lieber am Rand stehen als im Rampenlicht, die nicht nach Zugehörigkeit streben, sondern nach Wahrheit, Tiefe und echtem Sinn.

Otrovertierte Menschen sind originelle Denker, weil sie sich nicht von der Herdenmentalität beeinflussen lassen. Unsere Kultur legt großen Wert auf Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Man bietet uns auch immer mehr und öfters Möglichkeiten sich in diese Gruppe zu integrieren. Sei es beim Sport, verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten usw.

Der preisgekrönte Psychiater Dr. Rami Kaminski hat einen neuen Begriff geprägt, der unsere Sicht auf uns selbst grundlegend verändern könnte. Er zeigt, wie unnötig und kräftezehrend es ist, jemand sein zu wollen, der man nicht ist – und wie befreiend es sein kann, das eigene Sein anzunehmen, der Mensch zu sein, der man wirklich ist.

Besser als im Klappentext dieses Buches könnte ich es nicht beschreiben.

Interessant, informativ, gut zu lesen!

(Kailash Verlag. 240 Seiten. Preis: 18,50 Euro)      empfohlen von Maria Dünser      BESTELLEN

Liz Moore - Der andere Arthur: 

Arthur Opp, einst Literaturprofessor, hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen und wiegt mittlerweile 250 Kilo. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der 17-jährige Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während er um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine kranke Mutter in Atem. Arthur und Kel sind zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise erfahren haben, wie sich Einsamkeit in ein Leben einschreiben kann. Als sich Kels Mutter, einst Arthurs Studentin, nach Jahren der Funkstille mit einem verzweifelten Hilferuf an Arthur wendet, nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann.

Ausweglose Situationen, die durch zufällige Begebenheiten eine Wendung (vielleicht zum Positiven?) bekommen, beschreibt die Autorin in diesem Roman. Beide Protagonisten verbindet einerseits eine sehr individuelle Einsamkeit, die durch Stagnation kaum zu überwinden ist; andererseits verbunden mit Charlene, die Dreh- und Angelpunkt für Kel und Arthur sind. Aber beide wissen vorerst nichts voneinander.

Schon lange nicht mehr hab ich ein Buch so schnell durchgelesen, was bedeutet, dass es mich sehr gefesselt hat. Gefesselt von der Härte und doch auch Zartheit der beiden Geschichten, die auf eine mutmachende Weise am Schluß zusammenkommen; aber auch von eindringlichen Sprache, der in die Tiefe gehenden Erzählungen von Kel und Arthur. Beide berühren auf ihre eigene Weise das Herz des Lesers / der Leserin und das Ende der Geschichte macht Mut... Sehr empfehlenswert!

(Beck Verlag. 377 Seiten. Preis: 26,80 Euro)     empfohlen von Markus Mörschbacher     BESTELLEN

Perry Chafe – Sommer auf Perigo Island:

Sommer 1991 auf Perigo Island, Neufundland: Der zwölfjährige Pierce und seine Freunde verbringen ihre Ferien damit, den immer weniger gefangenen Fischen die Zungen herauszuschneiden, um damit etwas Geld zu verdienen. Als sie vom Verschwinden eines Mädchens – Anna – hören, setzt die Clique alles daran, sie zu finden. Dabei begegnen sie einem mysteriösen Festländer, dem sie anfangs sehr skeptisch begegnen. Pierce und seine Freunde erleben einen Sommer voller Abenteuer, Abschiede und Neuanfänge.

Es schien, ein unspektakuläres Buch zu sein. Und doch hat es mich von einer Seite auf die nächste immer mit Spannung weitergetragen. Eine ausgefeilte Sprache, mit der das Leben der Menschen auf Neufundland, der immer größer werdenden Sorge um den schwindenden Fischfang, der rasch schmelzenden Eisbergen, erzählt. Viel Spaß beim Lesen und Neugierigsein!

(Mareverlag. 272 Seiten. Preis: 24,70 Euro)      empfohlen von Maria Dünser        BESTELLEN 

Gast-Rezension!

Samantha Sotto Yambao - Water Moon:

In den Gassen von Tokio, hinter der Tür eines unauffälligen Ramen-Restaurants, verbirgt sich ein besonderes Geschäft: Hier können unverwirklichte Träume gegen Seelenfrieden und exquisiten grünen Tee eingetauscht werden. Doch an dem Tag, an dem Hana den Laden von ihrem Vater Toshio übernehmen soll, ist dieser plötzlich verschwunden und der Tresor geplündert. Ein junger Wissenschaftler bietet Hana an, mit ihr nach Toshio zu suchen. Die beiden begeben sich auf eine abenteuerliche Reise und je näher sie der Wahrheit kommen, desto klarer wird Hana, dass es an der Zeit ist, ihr eigenes Geheimnis zu lüften ...

Sowohl Hana als auch Keishin werden mit ihren Eigenarten sehr lebendig beschrieben, genauso wie auch die restlichen Nebencharaktere innerhalb der Geschichte.
Die Handlung wirkt gewissermaßen wie ein Strom an Worten. Ein Wort ergibt das nächste und Stück für Stück wird dem Leser eine Welt vorgestellt, die ganz und gar nicht so funktioniert, wie wir es gewohnt sind. Der Mix aus Schicksal / Bestimmung und Eigeninitiative gibt der Geschichte ein ganz besonderes Etwas.

Water Moon ist gesamt betrachtet so hinreißend wie eine Studio Ghibli Geschichte. Was überzeugt, sind liebenswerte Charaktere und eine fantastische Welt, in die sowohl der Hauptcharakter als auch der Leser hineingezogen werden. Neben der detaillierten Erzählung und der schönen Gestaltung sowohl schriftlich als auch bildlich, ist es auch die Handlung, die abschließend überzeugt. Ich kann es wärmstens weiterempfehlen.

(Limes Verlag. 416 Seiten. Preis: 22,70 Euro)      empfohlen von Veronika Breski     BESTELLEN

Gast-Rezension!

Martina Clavadetscher - Die Schrecken der anderen:

Einer Vielzahl an Charakteren begegnet man im Buch "Die Schrecken der anderen" von Martna Clavadetscher. So vielen, dass es anfangs ziemlich verwirrend ist. Die Einordnung der einzelnen Figuren wird auch durch die distanzierte, neutrale Schreibweise der Autorin nicht erleichtert. Wie mit einer Kamera schwenkt sie ihre Aufmerksamkeit von einer Person zur anderen, lässt die lesende Person teilhaben an Momentaufnahmen im Leben dieser Figuren. Glaubt man zunächst, eine einfache Kriminalgeschichte vor sich zu haben (das buch beginnt damit, dass ein Toter im Eis gefunden wird), so wird doch bald klar, dass diese Geschichte ein soziales und politisches Statement der Autorin ist, zeigt sie doch in beeindruckender Weise auf, wie eng verflochten unser Leben mit der Vergangenheit - der politischen und der persönlichen - ist.

Da ist einerseits der reiche, etwas verkorkste Industrielle Kern und seine Frau Hanna. Ihr Leben wird dominiert von der 100-jährigen, manipulativen Mutter Kerns. Durch den zu vererbenden Reichtum aus Nazi-Zeiten bestimmt sie das Leben ihres Sohnes und dessen Frau.

Andererseits sind da eine originelle, in einem Wohnwagen am See lebende Alte, die den menschenscheuen Archivar Schibig in ihren Bann zieht. Zusammen versuchen sie den Kriminalfall um den Toten im Eis aufzudecken. Dass es der alten Frau allerdings in erster Linie um die Aufdeckung von illegalen Machenschaften während der Nazizeit geht, wird bald klar. Schließlich, so die Alte, ist alles miteinander verbunden.

Sprachlich ist das Buch von Clavadetscher ein Genuss, inhaltlich vielschichtig, philosophisch und klug. Es ist ein Buch, das zum Denken anregt, aber viele Fragen offen lässt.

(Beck Verlag. 333 Seiten. Preis: 25,70 Euro)     empfohlen von Renate Glöcklhofer     BESTELLEN

Gast-Rezension!

Leon Engler - Botanik des Wahnsinns

Was für ein Debüt! In seinem ersten Roman erzählt der Autor eine (seine?) Geschichte, die sehr speziell und berührend ist.

Zu Beginn stehen die Umzugskisten, die entsorgt werden sollten, allerdings durch ein Versehen "gerettet" wurden, dafür wurde alles andere seiner Vorfahren vernichtet. Anhand des Abfalls schaut der Protagonist auf seine Vergangenheit. Er entstammt einer Familie, in der "Verrücktsein" dazu gehört. Fast alles ist vertreten. Er flieht ins Ausland, kommt aber nach Wien zurück und versucht dem Wahnsinn zu entkommen, indem er Psychologe wird. Die Kluft zwischen Welt und Sprache sei in der Psychiatrie besonders groß, meint er und so versucht er mit Humor auf sich und die Patienten zu schauen. 

Der Roman ist klug aufgebaut, die Geschichte der Psychiatrie darin verpackt. Sehr spannend zu lesen!

(Dumont. 208 Seiten. Preis: 23,70 Euro)     empfohlen von Barbara Reichsöllner     BESTELLEN

Ryan J. Stradal - Samstagabend im Lakeside Supper Club

Für Betty war er die Rettung aus existenzieller Not. Für Florence eine Bürde und der Ort ihrer schlimmsten Niederlage. Für Mariel ist er ein Traum, in dem sie sich selbst verwirklicht. Für Julia ist er eine bloße Legende, die nichts mehr mit ihr zu tun hat: Im "Lakeside Supper Club" am Bear Jaw Lake in Minnesota trotzen vier Frauen dem Leben auf ganz unterschiedliche Weise ihr Quäntchen Glück ab.

Anhand dieser vier Frauen, die - angefangen von Betty - immer die nächste Generation der Familie repräsentiert, wird ein Epos einer Familie beschrieben, das fast ein Jahrhundert umspannt. Den Figuren "zuzusehen", wie sie sich entwickeln, wie sie werden dürfen, das macht richtig Freude. Im Mittelpunkt ist das Lokal "Lakeside Supper Club", ein für den Mittleren Westen der USA typisches Speiselokal mit einfachen, deftigen, aber gut gemachten und erschwinglichen Gerichten. Jede dieser Frauen verbindet etwas anderes mit diesem Lokal, das auf unterschiedliche Weise immer an die jüngere Generation weitergegeben wird. Wie in allen Romanen von Ryan J. Stradal (die übrigens alle sehr lesenswert sind) spielt Essen und Trinken eine große und genußvolle Rolle. Aber in einer Geschichte, die sich um ein Restaurant dreht, ist das wenig verwunderlich. Und wie in jeder echten Familie gibt es auch hier Irrungen, Wirrungen, Streit, Versöhnung, Verlust und Trauer, aber auch Zeiten des kleinen Glücks. Kein Kitsch, kein übertriebenes Drama: Dieses Buch zu Lesen ist wie eine wärmende Umarmung!

(Diogenes. 384 Seiten. Preis: 25,70 Euro)     empfohlen von Markus Mörschbacher     BESTELLEN


David Foenkinos – Das glückliche Leben

Ein Facebook-Eintrag einer früheren Mitschülerin bringt Eric und Amelie letztendlich, nach vielen Jahren der Kontaktlosigkeit, geschäftlich wieder zusammen.

Gemeinsam reisen sie nach Seoul. Während Amelie auf Eric wegen eines Geschäftstermines wartet, besucht dieser einen "Happy Life" – einen Ort, an dem das koreanische Self-Help-Ritual der eigenen Fake-Beerdigung angeboten wird.

Nach diesem Erlebnis, des Sichwohlfühlens, befreit von der Last des menschlichen Daseins - indem er mit seinen Sinnen den Tod erfahren hat und dabei in einen orgiastischen Glückszustand versetzt wurde – reist er in seine Heimat zurück. Mit dem konkreten Ende vor Augen entscheidet er sich für einen ungewissen Neuanfang.

Eine Hymne an den Neubeginn, erzählt von der Suche nach dem glücklichen Leben, nach innerer Ruhe. Ein Buch, das fasziniert durch die spannende, tiefgründige, sensible Art des Schreibens. Ein intensives Gefühl - man möchte beim Lesen nicht gestört werden…

(Kiepenheuer & Witsch. 224 Seiten. Preis: 23,70 Euro)     empfohlen von Maria Dünser     BESTELLEN


Gaea Schoeters - Das Geschenk:

Elefanten mitten in der Großstadt, und es werden immer mehr. Was geht hier vor? Rasch muss der Bundeskanzler erkennen, dass die Tiere nicht aus dem Zoo entkommen, sondern ein Geschenk des Präsidenten von Botswana sind. 20 000 Elefanten hat er nach Deutschland geschickt, nachdem die deutsche Regierung ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen beschlossen und damit den armen Regionen Botswanas die Lebensgrundlage entzogen hat. »Ihr Europäer wollt uns vorschreiben, wie wir zu leben haben. Vielleicht solltet ihr es einmal selbst versuchen ...«

Eine politische Satire, die nur so funkelt von bildstarken und boshaften Seitenhieben auf eine Landes- aber mehr noch Parteien-Politik, bei der einem das Lachen doch manchmal im Hals stecken bleibt. Und auch die Utopie, dass es auch für noch so verfahrene Situationen Lösungen gibt, die aber aufgrund vom egozentrischen Weltbild vieler hochrangiger Politiker in der Versenkung landen, lässt einen nachdenken und schon auch zweifeln. Nichts desto trotz: Ein neues Lese- und Nachdenkvergnügen von Gaea Schoeters, die sich nach ihrem Sensationserfolg "Trophäe" den existenziellen Themen des globalen Zusammenlebens aus einer anderen Richtung - und mit blitzgescheitem Humor nähert...

(Hanser Verlag. 144 Seiten. Preis: 22,70 Euro)     empfohlen von Markus Mörschbacher     BESTELLEN

Doris Knecht - Ja, nein, vielleicht:

Was versteckt sich hinter diesem Titel? Eine Frau, die sich ihr jetziges Leben mühsam erschaffen hat. Die Kinder sind ausgezogen und sie versucht selbstreflektierend ein befriedigendes Leben zu gestalten. 

Sie wollte nie mehr auf die Nachricht eines Mannes warten und ihre hart erarbeitete Ruhe genießen, nach all dem, was sie bisher durchgestanden hatte. Aber die Verschnaufpause ist nur kurz: Ihre Schwester fordert große Aufmerksamkeit und dann begegnet sie in einem Supermarkt einem alten Freund. Damit stellt sich plötzlich die Frage, mit der sie sich gar nicht mehr beschäftigen wollte, ihr gutes Leben zu teilen und ihre innere Zufriedenheit auf's Spiel zu setzen. Ja, nein, vielleicht?

Für mich ein tolles Buch, das mich nicht mehr losgelassen hat. Wahrscheinlich auch wegen dieser Authentizität, die die meisten Leserinnen in jedem Buch erwarten und aus dem sie Bestätigung ihres Lebens erhoffen, in ihrem Erlebten doch nicht allein zu sein…..also ein Buch für sensible Leser*innen!

(Hanser Verlag. 240 Seiten. Preis: 24,70 Euro)     empfohlen von Maria Dünser     BESTELLEN

Frühere Buchtipps:

Joachim B. Schmidt – Kalmann und der schlafende Berg (Markus Mörschbacher)

Ralf Rothmann - Museum der Einsamkeit (Maria Dünser)

Wolfgang Maria Bauer - Kaltblut (Markus Mörschbacher)

Raoul Eisele - Als Versprechen dieser Zeit (Maria Dünser)

Sarah Brooks – Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland (Markus Mörschbacher)

Hans Platzgumer - Die ungeheure Welt in meinem Kopf (Maria Dünser)

Adriano Sack - Noto (Markus Mörschbacher)

Anja Reich - Simone (Maria Dünser)

Lemony Snicket - Gift zum Frühstück (Markus Mörschbacher)

Daniele Mencarelli - Für die Kämpfer, für die Verrückten (Maria Dünser)

Anthony McCarten – Going Zero (Markus Mörschbacher)

Susanne Pollak – Klara spielt nicht mit (Maria Dünser)

Markus Gasser - Die Verschwörung der Krähen (Markus Mörschbacher)

Arno Geiger - Das glückliche Geheimnis (Maria Dünser)

Erik Fosnes-Hansen – Zum rosa Hahn (Markus Mörschbacher)

Martin R. Dean – Ein Stück Himmel (Maria Dünser)

Robert Schneider – Buch ohne Bedeutung (Markus Mörschbacher)

Kristina Gorcheva-Newberry – Das Leben vor uns (Maria Dünser)

Joachim B. Schmidt – Tell (Markus Mörschbacher)

Rüdiger Safranski - Einzeln sein (Maria Dünser)

Heinrich Steinfest - Die Möbel des Teufels (Markus Mörschbacher)

D. H. Lawrence – Der Mann, der Inseln liebte (Maria Dünser)

Ryan J. Stradal – Die Bierkönigin von Minnesota (Markus Mörschbacher)

Sylvain Prudhomme - Allerorten (Maria Dünser)

Andri Hinnen - Rolf (Markus Mörschbacher)

Khaled Alesmael – Selamlik (Markus Mörschbacher)

FM4 Wortlaut `20 (herausgegeben von Zita Bereuter und Claudia Czesch) – Kontakt (Maria Dünser)

Joachim B. Schmidt - Kalmann (Markus Mörschbacher)

Bernhard Schlink - Abschiedsfarben (Maria Dünser)

Stefano Benni – Prendiluna (Markus Mörschbacher)

François Cheng - Über die Schönheit der Seele (Maria Dünser)

Thomas Meyer – Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin (Markus Mörschbacher)

Ana Marwan - Der Kreis des Weberknechts (Maria Dünser)

Edward Carey - Petit (Markus Mörschbacher)

Thomas Girst - Alle Zeit der Welt (Maria Dünser)

Kurt Palm - Monster (Markus Mörschbacher)

Jürgen Todenhöfer - Die große Heuchelei (Maria Dünser)

Michael Vögel - Quasi Jesus (Markus Mörschbacher)

Norbert Gstrein - Die kommenden Jahre (Maria Dünser)

Daniela Emminger - Kafka mit Flügeln (Markus Mörschbacher)

Margareta Mommsen - Das Putin-Syndikat (Maria Dünser)

Klaus C. Zehrer – Das Genie (Markus Mörschbacher)

Jean-Luc Seigle – Ich schreibe Ihnen im Dunkeln (Maria Dünser)

Sophie Hénaff - Kommando Abstellgleis (Markus Mörschbacher)

Heinrich Steinfest - Das Leben und Sterben der Flugzeuge (Markus Mörschbacher)

Roger Willemsen - Wer wir waren (Maria Dünser)

J. Ryan Stradal – Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens (Markus Mörschbacher)

Corinna T. Sievers – Die Halbwertszeit der Liebe (Maria Dünser)

Miguelanxo Prado - Ardalén (Markus Mörschbacher)

Hans Platzgumer - Am Rand (Maria Dünser)

Daniela Emminger - Die Vergebung muss noch warten (Markus Mörschbacher)

Sophia Dembling - Die Macht der Stille (Maria Dünser)

Rolf Bauerdick - Pakete an Frau Blech (Markus Mörschbacher)

Lena Andersson - Widerrechtliche Inbesitznahme (Maria Dünser)

Valerie Fritsch - Winters Garten (Markus Mörschbacher)

Bradley Somer – Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel (Markus Mörschbacher)

Andrea Stoll - Ingeborg Bachmann, Der dunkle Glanz der Freiheit (Maria Dünser)

Eli Brown - Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel (Markus Mörschbacher)

Fritz Orter – Ich weiß nicht, warum ich noch lebe (Maria Dünser)

Benjamin Lebert - Mitternachtsweg (Markus Mörschbacher)

Mark Twain - Der geheimnisvolle Fremde; Hörbuch (Maria Dünser)

Leonardo Padura - Ketzer (Markus Mörschbacher)

Tobias Hürter - Der Tod ist ein Philosoph (Maria Dünser)

Florian Werner - Verhalten bei Weltuntergang (Markus Mörschbacher)

Thomas Klugkist - Hanna und Sebastian (Maria Dünser)

Helene Wecker - Golem und Dschinn (Markus Mörschbacher)

Roman Graf – Niedergang (Maria Dünser)

Leon de Winter - Ein gutes Herz (Markus Mörschbacher)

Peter Bieri – Eine Art zu leben; Über die Vielfalt menschlicher Würde (Maria Dünser)

Simon Borowiak – Du sollst eventuell nicht töten (Markus Mörschbacher)

Yoko Ogawa – Das Geheimnis der Eulerschen Formel (Maria Dünser)

E. W. Heine – Kaiser Wilhelms Wal; Geschichten aus der Weltgeschichte (Markus Mörschbacher)

Bernhard Kathan – Stille (Maria Dünser)

Harald Darer – Wer mit Hunden schläft (Markus Mörschbacher)

Monika Held – Der Schrecken verliert sich vor Ort (Maria Dünser)

Kevin Wilson – Die gesammelten Peinlichkeiten unserer Eltern… (Markus Mörschbacher)

Arezu Weitholz – Wenn die Nacht am stillsten ist (Maria Dünser)

Puntigam/Gruber/Oberhummer – Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln (Markus Mörschbacher)

Christoph Ransmayr – Atlas eines ängstlichen Mannes (Maria Dünser)

Franzobel - Was Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind (Markus Mörschbacher)

Hans Platzgumer - Trans-Magreb (Maria Dünser)

Mathias Wegehaupt - Schwarzes Schilf (Maria Dünser)

Thomas Raab - Der Metzger bricht das Eis (Markus Mörschbacher)

Dan Franck – Montparnasse und Montmartre (Maria Dünser)

Heinrich Steinfest - Die Haischwimmerin (Markus Mörschbacher)

Hanns-Josef Ortheil - Liebesnähe (Maria Dünser)

Anthony McCarten - Liebe am Ende der Welt (Markus Mörschbacher)

Lisa Moore – Und wieder Februar (Maria Dünser)

Steve Earle – I'll never get out of this world alive (Markus Mörschbacher)

Oswald Oelz – Orte, die ich lebte, bevor ich starb (Maria Dünser)

Matt Ruff – Fool on the Hill (Markus Mörschbacher)

Marco Balzano – Damals, am Meer (Maria Dünser)

Chris Priestly – Schauergeschichten vom Schwarzen Schiff (Markus Mörschbacher)

Martin Suter - Allmen und die Libellen (Maria Dünser)

Richard Harvell - Der Kastrat (Markus Mörschbacher)

Philip Roth - Demütigung (Maria Dünser)

Ian McEwan - Solar (Markus Mörschbacher)

Jürgen Domian - Der Gedankenleser (Maria Dünser)

Clemens J. Setz - Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes (Markus Mörschbacher)

Anna Mitgutsch – Wenn du wiederkommst (Maria Dünser)

John Irving – Letzte Nacht in Twisted River (Markus Mörschbacher)

Erika Pluhar - Spätes Tagebuch (Maria Dünser)

Franzobel - Lusthaus, oder Die Schule der Gemeinheit (Markus Mörschbacher)

Richard Schaub - Das Ende der Angst (Maria Dünser)

Axel Simon - Tatütata für Peter Sputnik (Markus Mörschbacher)

Hanns-Josef Ortheil - Die Erfindung des Lebens (Maria Dünser)

Rolf Bauerdick - Wie die Madonna auf den Mond kam (Markus Mörschbacher)

Peter Stamm - Sieben Jahre (Maria Dünser)

Reif Larsen - Die Karte meiner Träume (Markus Mörschbacher)

Fabio Volo - Einfach losfahren (Maria Dünser)

Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus (Markus Mörschbacher)

Leticia Wierz – Das Haus der sieben Frauen (Maria Dünser)

Anonymus – Das Buch ohne Namen (Markus Mörschbacher)

Irène Némirovsky – Herr der Seelen (Maria Dünser)

Fred Vargas – Der verbotene Ort (Markus Mörschbacher)

Joel Haahtela - Sehnsucht nach Elena (Maria Dünser)

Joey Goebel - Heartland (Markus Mörschbacher)

Dominique Bona - Camille und Paul; Kunst und Leben der Geschwister Claudel (Maria Dünser)

Adam Davies – Goodbye Lemon (Markus Mörschbacher)

Roger Willemsen - Der Knacks (Maria Dünser)

Heinrich Steinfest - Mariaschwarz (Markus Mörschbacher)